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Fehlerhandbuch

Fehler-Handbuch

Es gibt im Lenticulardruck zwei Arten von Problemen. Die einen haben ihre Ursache in grundsätzlichen technischen Bedingungen, die anderen sind Folge falscher Handhabung und Verarbeitung. In diesem Fehlerhandbuch beschreiben wir beide Problem-Typen. Hinweise zur Fehlerbehebung sehen Sie in blauer Schriftfarbe.



Ghosting (am Beispiel eines Wechselbildes)

Ghosting steht für das Durchscheinen dunkler Bildanteile der Gegenphase durch die hellen Bildanteile der aktuellen Phase. Folgendes Flip Beispiel zeigt es.

Links abgebildet ist Phase 1, rechts abgebildet ist Phase 2.



Gewünscht wäre ein Druckergebnis, bei dem durch Kippen des Bildes der Text komplett ausgeblendet wird. Das wird jedoch eher nicht der Fall sein.

Es wird, wie hier gezeigt, in aller Regel ein Geisterbild der Schrift stehen bleiben.



Es gibt für diese Geisterbilder mehrere mögliche Gründe.

- Verarbeitungsfehler in der Vorstufe wie destruktive Skalierung oder ungeeignete Raster verursachen Ghosting. Ob das der Fall ist, lässt sich leicht feststellen. Legen Sie dazu unter Anpressdruck (Glasscheibe) eine passende Lenticularfolie auf eine der Druckplatten. Wenn die Platte einwandfrei funktioniert, sind die Daten in Ordnung.

- Punktzunahme gehört zu den eher unvermeidbaren Dingen im Offsetdruck auf Kunststoff und ist daher kein Fehler im "klassischen" Sinne. Kurz gesagt, verbreitern sich durch die Punktzunahme dunkle Farben über ihre Begrenzung hinaus. Der Zuwachs ist umso stärker, je dunkler eine Farbe ist, je mehr Substanz im Druck also zu ihrer Darstellung eingesetzt wird. Bei einem Lenticular Interlacing, bei dem unter Umständen extrem unterschiedliche Helligkeiten direkt aneinander grenzen, sich aber in keiner Weise miteinander vermischen dürfen, weil sie zu völlig unterschiedlichen Bildern (Flip Phasen) gehören, entsteht daraus massives Ghosting.

Das Bild unten zeigt eine Vergrößerung aus einem Lenticular Offsetdruck.
Einkopiert sind (hell unterlegt) die entsprechenden Bereiche aus der Druckplatte.

Sie sehen, dass die Linienstärke im Druck gegenüber der Linienstärke auf der Platte stark zunimmt. In der Abbildung, die aus einer normalen Serienproduktion stammt, beträgt der Zuwachs gut 100%. Die Linienstärke verdoppelt sich also und beansprucht auf diese Weise beträchtlichen Raum, der in einem Flip Interlacing eigentlich für die andere Bild-Phase reserviert ist.




Punktzuwachs ist der Hauptgrund für Ghosting. Er ist verantwortlich für schlechte Phasentrennung bei Flip und Animation und führt bei 3D Bildern zu unscharf und verwaschen wirkenden räumlichen Tiefen.

Sie vermeiden Ghosting bestmöglich, indem Sie Lenticulardaten in höchstmöglicher Auflösung verarbeiten, Raster und Platten verwenden, die eine höchstmögliche Punktschärfe versprechen und im Druck selbst Viskosität und Menge der Farben (etc) so abstimmen, dass eine geringst mögliche Punktzunahme zu erwarten ist.



Farbfehler

In der Mikroskop Aufnahme eines Offset Drucks sehen Sie unten, dass die Farben nicht exakt aufeinander sitzen. Cyan ist nach links und Magenta nach unten verschoben. Die hier gezeigte Abweichung ist sehr klein und möglicherweise noch innerhalb der Norm für "normalen" Offsetdruck. Bei Lenticular ist es jedoch zu viel, weil es die spezielle Eigenschaft von Lenticular Linsen ist, Inhalte (Farben) die an unterschiedlicher Position unter ihr liegen, in stark vergrößernder Weise in unterschiedliche Richtungen abzulenken. Genau durch diese Eigenschaft funktionieren generell alle Lenticular Effekte.

Bei der vorurteilsfreien Betrachtung des unten gezeigten Druck-Details könnte man also - irrtümlich - vermuten, dass es sich hier um einen Flip-Effekt zwischen einer Cyan-farbigen und einer Schwarz-farbigen Phase handelt. Bei Kippen der Karte würde man - entsprechend dem Stand der Farben unter der Linse - zuerst ein Cyan Bild sehen, das dann in ein schwarzes Bild flippt.

Betrachtet man den Fall einer Animation, dann sähe es so aus, dass der Betrachter bei Kippen des Bildes ein Cyan farbiges Geisterbild dem "eigentlichen" Bild voraus laufen sieht. Das "eigentliche" Bild wäre dann arm an Cyan, weil Cyan als eigenständige Phase schon weitgehend abgewickelt ist.

Bei einem 3D Bild wären die Auswirkungen so, dass mit zunehmender räumlicher Tiefe zunehmend starke Magenta-farbige Säume den eigentlichen Bildinhalt umgeben.

Kritisch sind solche Fehler primär in Arbeitsrichtung der Linse. Hier also der Cyan Farbfehler, Der Magenta Fehler im Linsenverlauf spielt in Bezug zum Effekt keine Rolle.




Beispiel für eine Farbverschiebung.
Tatsächlich sieht man solche Fehler häufig.



Beurteilen Sie den Stand der Farben bei einem Lenticulardruck unbedingt auch von der Linsenseite. Die Begutachtung der Marken auf der bedruckten Rückseite gibt nur bedingt Auskunft über die Auswirkung von eventuell als geringfügig eingestuften Farbpasser Ungenauigkeiten.



Zu dunkle Drucke

Im Lenticulardruck "fressen" die Schatten die Lichter. Viele Lenticularbilder sind zu dunkel. Der Grund liegt in der streifenförmigen Verschachtelung unterschiedlicher Inhalte und Kontraste. Es gibt in einem Lenticularbild keine Flächen, die offen stehen. Alles ist Streifen und jeder hellere Streifen im Interlacing wird durch Punktzunahme von dunkleren Nachbarstreifen geschwächt. Die Folge ist oft ein insgesamt grau und kraftlos wirkendes Bild. Halten Sie Lenticular Druckdaten also möglichst offen in der Tonwertigkeit. Mit Rücksicht auf die Optimierung der perfekten Funktion müssen Sie möglicherweise ungewohnte Kompromisse eingehen und die Helligkeit oder den Gamma Wert Ihrer Daten so weit anheben, dass gerade eben noch genug Dichte für eine brillante Bilddarstellung vorhanden ist.



Heben Sie den Gammawert von Lenticulardrucken um 1,1 bis 1,3 gegenüber normalen Drucken an. Schaffen Sie sich ein spezielles Lenticular Profil.



Unpassender Pitch

Entscheidend für die Funktion eines Lenticularbildes ist die präzise Ermittlung des Pitchs. Nur wenn das Interlacing perfekt zum Pitch der Linse passend erzeugt wurde, erhalten Sie z.B. Flips, die beim Kippen der Karte über die gesamte Fläche des Bildes simultan wechseln. Auch bei Animationen und 3D Darstellung steht und fällt die optische Funktion Ihres Ergebnisses mit dem Grad der Übereinstimmung zwischen Interlacing und Pitch.



Ermitteln Sie den Folien-Pitch also immer zeitnah zur Datenerstellung und zum Druck der Produktion, damit Sie eventuell geänderte Material oder Maschinen Konditionen in die Datenerstellung einbeziehen können. Ermitteln Sie den Pitch auf mindestens 1/100 LPI genau. Beachten Sie, dass der Pitch vom Betrachtungsabstand abhängig ist. Ermitteln Sie das Ergebnis immer aus der primären Betrachtungsdistanz für das herzustellende Produkt.

Wenn das Druckergebnis eines Wechselbildes den folgenden beiden Bilder ähnelt, dann liegt die Ursache in einem für die Betrachtungsdistanz nicht zutreffenden Pitch. (Bei Animationen werden Sie gleiche, bei 3D ähnliche Störungen sehen.)



Da sich sowohl Material als auch Maschinen Konditionen im Laufe der Zeit ändern können, machen Sie Pitchtests immer zeitnah und sehr sorgfältig. Lesen Sie den Pitchwert auf 1/100 LPI genau und bestmöglich aus der Distanz ab, aus der Ihr Produkt anschließend vom Kunden überwiegend betrachtet wird. Verarbeiten Sie die Druckdaten auf exakt die gleiche Weise wie die Pitchtest Daten.



Schräg stehende Flips

Wenn Sie ein Wechselbild Interlacing nicht parallel zur Linse drucken, dann wird der Wechseleffekt diagonal verlaufen. Je weniger parallel Sie drucken, umso diagonaler wird der Wechsel stehen. Im Beispiel unten steht das Interlacing genau um 1/2 Linsenbreite diagonal. Die Folge ist ein um 45 Grad schräg stehender Wechsel. Bei ungleichmäßig temperierten oder aus anderen Gründen verzogenen Lenticularfolien kommt dieser Fehler oft im Randbereich der Formen vor.



Vermeiden Sie alles, was (speziell unregelmäßige) Spannung in das zu bedruckende Material bringen könnte. Bei Mischbögen stellen Sie weniger kritische Motive in die weniger gut bedruckbaren Zonen des Bogens.



Nicht zentrisch stehende Nutzen

Hier am Beispiel eines 3D Bildes gezeigt. Links sehen Sie ein richtig stehendes Bild, rechts ein falsch stehendes. Beim falsch stehenden Bild müssen Sie, um einen störungsfreien 3D Eindruck zu haben, entweder von der linken oder der rechten Seite ins Bild schauen. Aus dem Zentrum heraus sehen Sie ein Doppelbild.

 

Der Grund für diesen Fehler liegt in der unpassenden Lage des Interlacings zu den Linsen der Folie. Speziell bei mehreren auf einem Bogen stehenden Nutzen ist es sehr schwierig, den perfekten Stand für alle Bilder zu erzielen.

Die mit unserer Software erzeugten Interlacings sind von Justiermarken umgeben. Die seitlichen Marken geben Auskunft über die Parallelität des Interlacings zur Linse, die oberen und unteren Marken zeigen den Stand relativ zum Zentrum. Im folgenden Beispiel sehen Sie einen Druck, der schräg zur Linse und infolgedessen auch nicht im Zentrum steht.



Richtig justiert ist der Druck, wenn die seitlichen Linien ungebrochen und die oberen dunklen Elemente - die wie Zeiger wirken - exakt auf der roten Marke stehen.



Jedes Bild steht anders

Lenticularfolien haben einen Optischen und einen "Mechanischen" Pitch.

Der Optische Pitch ist von Materialeigenschaften und ganz wesentlich von der Betrachtungsdistanz abhängig. Sie machen Ihre Interlacings für den Optischen Pitch. Das Einhalten des Optischen Pitchs garantiert die einwandfreie Funktion Ihres Lenticular Effektes.
(So ermitteln Sie den Optischen Pitch)

Die Anordnung der Nutzen auf einem Bogen erfolgt gemäß dem Mechanischen Pitch. Der Mechanische Pitch ist der messbare Abstand zwischen zwei Linsen. Bei der Anordnung der Nutzen auf einem Bogen kommt es - präzise gesagt - darauf an, dass das mittlere Pixel des mittleren Interlacing Segments (eines jeden Nutzens) genau im Zentrum einer (beliebigen) Linse liegt. Wird diese Bedingung für alle Nutzen eingehalten, funktionieren alle Bilder auch zentrisch und gleichartig. Das gilt sowohl für 3D, wie auch für Flip und alle anderen Effekte. Der Mechanische Pitch liegt immer über dem Wert des optischen Pitchs. z.B. Optisch 75,53 LPI ... Mechanisch 75,56 LPI.



Sie können die richtige Position der Nutzen relativ leicht berechnen und die Werte in Ihr Layout Programm übernehmen. Das Produktion Modul der 3DZ Lenticular Suite unterstützt Sie dabei.




Ein wichtiger Hinweis zum Schluss

Lenticularfolien dehnen sich aus, wenn sie erwärmt werden. Dies ist eine Eigenschaft aller Kunststoffe und technisch unvermeidbar. Durch die Ausdehnung ändert sich der Pitch. Der LPI Wert wird kleiner. Bei ungleichmäßiger Erwärmung erhalten Sie Zonen ungleichartiger Pitchwerte, was sich in unterschiedlichen Störungen der Bildqualität auswirkt.

Überprüfen Sie Ihr Temperatur Management mit unserem Offpitch Test. Wenn Sie ein Resultat erhalten, das dieser stark übertriebenen Darstellung ähnlich sieht, dann ist das ein Hinweis auf unregelmäßige Ausdehung der Lenticularfolie in Folge unregelmäßiger Temperatur-Belastung.



Reduzieren Sie in der unmittelbaren Verarbeitungsprozedur von Lenticularfolien alle Temperaturschwankungen auf ein Minimum. Bestmöglich haben Lenticularfolien vor Druck bereits Maschinen-Temperatur. Sie können z.B. unmittelbar vor Druck den Folienstapel 1x durch die Maschine laufen lassen, um ihn bis in den Kern hinein vor-zu-temperieren. Achten Sie darauf, dass Trocknung, Kühlströme, Lüftung, etc absolut gleichmäßig arbeiten.
Vermeiden Sie jede ungleichmäßige Temperatur Einwirkung.

Wenn Sie trotz aller Sorgfalt Probleme mit vermutlich "krummen" Folien haben, dann sollten Sie sich - ehe Sie den Hersteller dafür verantwortlich machen - zuerst ein Bild vom thermischen Belastungsprofil unter Ihren konkreten aktuellen Produktionsbedingungen verschaffen. Fotografieren Sie dazu eine Folie im Auslass der Druckmaschine mit einer Wärmebildkamera.

Auf folgendem Foto sehen Sie eine Lenticular Folie, die auf der rechten Seite wesentlich wärmer als auf der linken Seite ist. Sie haben hier links einen Pitch von z.B. 75,515 und rechts einen Pitch von z.B. 75,485, mit einem Schwerpunkt der Abweichung rechts in Höhe der Folien-Mitte. Die Folie ist also auf der rechten Seite bogenförmig geometrisch verformt mit entsprechenden Konsequenzen für die Qualität der an den unterschiedlichen Positionen stehenden Nutzen.

 Aufnahme mit FLIR One, Wärmebild Kamera

Der rote (=heiße) Spot an der Unterkante, ist die im Material sogar noch nach einigen Minuten nachweisbare Erwärmung durch die beiden Finger, mit denen ich den Bogen vom Stapel zog.

Unten sehen Sie die (übertriebene) Visualisierung der aus der thermischen Verformung resultierenden Pitch Verzerrung. Möglicherweise kennen Sie ähnlich aussehende - wenn auch weniger stark ausgeprägte - bogenförmige Verzeichnungen der Kontroll-Linien bereits aus eigener Erfahrung.

Bedenken Sie dabei bitte, dass von Oberkante zu Unterkante eines Nutzens auf dem Bogen bereits ein Schrägstand von einer halben Linsenbreite zwischen Interlacing und Linsenverlauf genügt, um das Ergebnis (den gewünschten Effekt) - aus kritischer Sicht betrachtet - total zu zerstören! Das gilt speziell für Wechselbilder. Animationen sind meist noch empfindlicher. 3D Bilder sind in dieser Beziehung "toleranter". Bei 3D ist der KO-Punkt bei einem Schrägstand von einer ganzen Linsenbreite erreicht.




Thermodynamische Prozesse in einer Druckmaschine sind äußerst komplex und haben eine starke chaotische Komponente. Dies bedeutet, dass auch kleine Änderungen in den Eingangsvoraussetzungen zu eher nicht vorhersehbaren größeren Auswirkungen auf das Gesamtsystem (hier in letzter Konsequenz auf die Qualität Ihrer Druckergebnisse) führen können. So werden Sie beobachten, dass nach einer - aus welchem Grund auch immer erfolgten - Unterbrechung des Drucks, die Wiederaufnahme unter Umständen zu qualitativ ganz anderen Ergebnissen führt. Dies verleitet oft zu Fehlschlüssen! "Diese Palette ist besser", "Diese Platten sind besser" und ähnliches haben wir oft gehört. Es trifft aber nicht zu. Die einzige relevante Änderung liegt in der nach einer Unterbrechung geänderten thermischen Situation der Druck-Maschine.

Als qualitätsverändernde Unterbrechung in diesem Sinne kann man auch periodisch auftretende Schwankung in der Leistung einzelner Komponenten des Systems im Laufe des Fortdrucks sehen, so dass Sie z.B. 100 gute und dann 100 schlechte Bögen im Wechsel zu bedrucken scheinen.

Interessant ist auch die Beobachtung, dass unterschiedliche Druckereien auf gleichen Folien unterschiedliche Qualitäten erzeugen. Die Schwankungen sind also weniger auf das Material, als mehr auf die typischen Eigenarten der jeweils eingesetzten Druckmaschinen zurückzuführen.

Fazit:
Sie werden nicht alle Temperatur-bedingten Probleme vollständig kontrollieren und ausschließen können. Je konstanter aber Ihr System diesbezüglich arbeitet, umso beständiger wird auch die Qualität Ihrer Ergebnisse sein.

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